Wärme braucht der Mensch: Heizkosten im Blick behalten

Meteorologen wollen sich meistens nicht auf eine Prognose für den nächsten Winter festlegen. Der aktuelle Temperaturmittelwert lag im November 2017 etwa 1,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Britische Klimaforscher haben dagegen für Europa in diesem Jahr einen Jahrhundertwinter angekündigt. Wie dem auch sei, das Wetter beeinflusst die Kosten für die Wärmeversorgung.

Im Jahr 2016 stellten die Netzbetreiber rund 162 Terawattstunden (TWh) Wärme zur Verfügung. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anstieg ging im Wesentlichen auf den höheren Wärmebedarf der privaten Haushalte zurück. Wichtigste Energieträger waren Erdgas mit 45 Prozent, Steinkohle mit 22 Prozent und Abfall mit 15 Prozent. Der Anteil von erneuerbaren Energien hat sich in den vergangenen Jahren von drei auf acht Prozent mehr als verdoppelt.

Bei den Letztverbrauchern wurden 48 TWh an die Industrie, 51 TWh an private Haushalte sowie 22 TWh an sonstige Letztverbraucher abgegeben. Innerhalb der Gruppe der Letztverbraucher hatten im Jahr 2016 die privaten Haushalte mit einem Plus von 9,4 Prozent den größten Anstieg beim Wärmebezug.

Dass die deutschen Privathaushalte im Jahr 2016 trotzdem sechs Prozent weniger für Heizkosten ausgegeben haben als im Vorjahr, obwohl sie mehr Heizenergie verbraucht haben, liegt daran, dass gleichzeitig die Preise für Heizöl und Gas im Schnitt um acht Prozent zurückgingen.

Wer zuverlässig Heizkosten sparen will, kommt an Maßnahmen zur Energieeinsparung nicht vorbei. Das Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden empfiehlt einen neuen Weg, Kosten zu sparen. In einem aktuellen Gutachten hat es ermittelt, dass der Energieverbrauch durch die Digitalisierung der Heiztechnik um bis zu 15 Prozent reduziert und gleichzeitig ein Komfortgewinn erzielt werden kann. Denn mit einer intelligenten Steuerung läuft die Heizung regelmäßig im optimalen Bereich. Die digitale Heizung bindet Wetterprognosen mit ein und erkennt automatisch, ob jemand zuhause ist. Außerdem speichert sie die Gewohnheiten der Bewohner und stellt sich darauf ein, ohne dass dies programmiert werden müsste. Viele Bestandsheizungen lassen sich mit einfachen Plug-and-Play-Lösungen nachrüsten.