Baugenehmigungszahlen sinken weiter

Jetzt ist es amtlich: Bis zum Ende des Jahres können die Baugenehmigungszahlen das Minus der vergangenen Monate nicht mehr ausgleichen. Das Jahr 2017 wird insgesamt mit einem negativen Ergebnis abschließen.

Nach dem zaghaften Boom der Jahre 2015 und 2016 hofften Politiker und Aktive der Wohnungswirtschaft, dass sich der Engpass bei Wohnungen in den Großstädten durch eine rege Bautätigkeit beheben lassen würde. Das wäre der Fall, wenn jedes Jahr rund 400.000 neue Wohnungen entstehen würden, darüber sind sich die führenden Institute einig. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland aber nur 247.700 Wohnungen fertiggestellt, 2016 waren es immerhin schon 277.700 Wohnungen und damit 12,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Diese Zahlen kommen allerdings bei weitem nicht an den tatsächlichen Bedarf heran. Die Hoffnung lag daher auf einem weiteren Aufschwung bei den Baugenehmigungszahlen, die einen Ausblick auf die zukünftige Bautätigkeit geben.

Jetzt meldete das Statistische Bundesamt in den monatlichen Berichten zum wiederholten Male statt steigender Zahlen ein Minus. Insgesamt wurden in Deutschland von Januar bis September 2017 7,0 Prozent oder 19.500 weniger Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt als in den ersten neun Monaten 2016. Im ersten Dreivierteljahr wurde der Bau von 256.800 Wohnungen genehmigt. 2016 waren es in diesem Zeitraum bereits 276.297 Wohnungen.

Bei der differenzierten Betrachtung ergeben sich dann noch Besonderheiten: Die Zahl der Baugenehmigungen hat in den ersten neun Monaten 2017 zwar insgesamt abgenommen, aber gegen den allgemeinen Trend nahmen die Genehmigungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern immerhin noch um 0,9 Prozent zu. Damit erreichte die Anzahl genehmigter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern den höchsten Wert von Januar bis September seit zwanzig Jahren. Das jedenfalls lässt hoffen.