Energiewende im Verkehr betrifft Immobilienwirtschaft

Die Bundesregierung fördert die Forschung und Entwicklung neuer Fahrzeuge, die Strom als Energieträger nutzen. Umweltbewusste Bürger, die sich ein Elektrofahrzeug kaufen, werden mit 4.000 Euro Kaufprämie gefördert und sind für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Um die Wende voranzubringen, sollen Energiewirtschaft und Verkehr enger verknüpft werden, damit die technologischen Möglichkeiten systemübergreifend entwickelt werden können. Dass die Nachfrage noch sehr zögerlich ist, liegt aber auch daran, dass die Folgen für die Immobilienwirtschaft bislang nicht bedacht wurden. Mieter und Immobilieneigentümer werden ihre Fahrzeuge nicht irgendwo in der Stadt an eine Ladesäule hängen wollen, sondern möchten die Akkus bequem über Nacht zu Hause in der Garage oder auf dem eigenen Parkplatz auftanken. Das scheitert aber daran, dass es dort sehr oft gar keine Steckdosen gibt, die geeignet und sicher wären. Bei normalen Steckdosen kann der Dauerbetrieb zur Überlastung der elektrischen Anlage führen und die Brandgefahr erhöhen. Für ein schnelles, sicheres Aufladen gibt es Wandladestationen mit Drehstromanschluss.

Der technischen Umrüstung stehen derzeit aber rechtliche Bedenken im Wege. Wohnungseigentümer brauchen beispielsweise einen Mehrheitsbeschluss, sogar wenn sie den Anschluss auf eigene Kosten installieren wollen. Erst kürzlich hat das Landgericht München (Az. 36 S 2041/15) entschieden, dass ein einzelner Wohnungseigentümer keinen Rechtsanspruch auf einen Elektroanschluss hat, weil der nicht zum Mindeststandard einer Wohnung gehört. Die Aufrüstung der vielen Millionen Garagenhöfe, Tiefgaragen und Carport-Stellplätze mit Steckdosen wird Immobilieneigentümern und Immobilienwirtschaft wohl noch eine Menge Arbeit bescheren.